Kammermusik-Abende 2019/2020

Die Konzerte finden jeweils am Donnerstag um 20.00 Uhr in der Aula des Sekundarschulhauses Langnau statt.
Adresse: Höheweg 10a, 3550 Langnau 

Donnerstag, 24. Oktober 2019

BlattWerk Quintett

Martin Bliggenstorfer, Oboe Jonas Tschanz, Saxophon Elise Jacoberger, Fagott Richard Haynes, Bassklarinette Nils Kohler, Klarinette

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847)
«Die Hebriden», Konzertouvertüre h-Moll
op. 26 (1829/30)

Paul Hindemith (1895–1963)
aus: Sonate für Klavier Nr. 1 A-Dur «Der Main» (1936)
1. Ruhig bewegte Viertel – 3. Lebhaft

Robert Schumann (1810–1856)
aus: Waldszenen op. 82 für Klavier (1848/49)
Eintritt – Jäger auf der Lauer – Einsame Blume – Freundliche Landschaft – Vogel als Prophet – Jagdlied

Claude Debussy (1862–1918)
Six épigraphes antiques (1915)
Pour invoquer Pan, dieu du vent d’été – Pour un tombeau sans nom – Pour que la nuit soit propice –
Pour la danseuse aux crotales – Pour l’égyptienne – Pour remercier la pluie au matin

Jean-Philippe Rameau (1683–1764)
aus: Suite a-Moll für Cembalo (1726/27)
Prélude – Courante – Les Trois mains – La Triomphante

Das BlattWerk Quintett hat sich 2016 zusammengefunden. Die fünf Musiker spielen auf Holzblasinstrumenten, wovon sie jedes mit einem Rohrblatt zum Klingen bringen. Der äusserst wandelbare Klang reicht von kammermusikalischer Intimität bis zu strahlender, orchestraler Kraft. Sowohl Originalstücke aus den letzten dreissig Jahren wie auch Neubearbeitungen von Klavier- und Orchesterwerken finden in ihrem Repertoire Platz. Ausserhalb ihrer Tätigkeit beim BlattWerk Quintett spielen die Musiker regelmässig in folgenden Klangkörpern: Tonhalle Orchester Zürich, Berner Symphonieorchester, Philharmonia Zürich, Basel Sinfonietta, Deutsche Kammerphilharmonie Bremen,
Klangforum Wien, Ensemble Proton Bern, Ensemble Intercontemporain, Ensemble Musikfabrik.
Die heute erklingenden Werke sind allesamt bestehende Bearbeitungen für sogenanntes «Reed Quintet» (Rohrblattquintett).
Der Hebriden-Ouverture von Mendelssohn liegt ein sinfonisches Orchester zugrunde. Die Hindemith-Sonate, Schumanns Waldszenen und die «Épigraphes» von Debussy sind ursprünglich Klavier-Solowerke. Die Cembalo-Suite von Rameau wird gerne von Bläsern gespielt und klingt in dieser Besetzung ebenso reizend wie im Original.

Donnerstag, 21. November 2019

Duo Praxedis - Folk songs

Praxedis Hug-Rütti, Harfe Praxedis Geneviève Hug, Klavier

Traditionell:
Fantasia über Greensleeves

Johann Ladislaus Dussek (1760–1812)
Introduktion und Variationen über ein schottisches Volkslied

Béla Bartók (1881–1945)
Bulgarischer Rhythmus – Ungarisches Volkslied – Nos Galan

Charles Oberthür (1819–1895)
Grand Duett über das irische Volkslied «The Last Rose of Summer»

Alexander Borodin (1833–1887)
Polowetzer Tänze (aus der Oper «Fürst Igor»)
Danse polosienne – Danse sauvage des hommes – Danse générale – Danse des petits garçons – Danse des jeunes filles
aux mouvements ondulants – Danse des jeunes filles et Danse rapide des petits garçons – Danse des petits garçons

Traditionell
Great Rivers: Wolga – Moldau – Swanee River

Darius Milhaud (1892–1974)
Kentuckiana: Divertissement on Twenty Kentucky airs

Leonard Bernstein (1918–1990)
Three Variations on «Mary had a little lamb»

Die Vornamen und die gemeinsame Liebe zur Musik verbindet sie, Praxedis Hug-Rütti und Praxedis Geneviève Hug. Die beiden Künstlerinnen, Mutter und Tochter, forschen nach Originalkompositionen für Harfe und Klavier, eine Besetzung, die zwischen 1780 und 1915 reichlich Verwendung fand und ihre Blütezeit in Salonkonzerten und grossen Konzertbühnen im 19. Jh. hatte. Ein führender Komponist für Harfe und Klavier war z. B. J. L. Dussek, selber Pianist sowie Sohn, Ehemann und Vater von Harfenistinnen. Charles Oberthür wiederum war Harfenist an der Londoner Oper. Die Kombination Harfe/Klavier verschwand von der Konzertbühne, als der sich rasant entwickelnde
Klavierbau die Harfe überflügelte. Heute kann die moderne Konzertharfe wieder mit dem Konzertflügel mithalten. So arbeitet das Duo Praxedis auch mit zeitgenössischen Komponisten zusammen und gastiert regelmässig in den etablierten Konzertsälen der Schweiz, Deutschlands und Österreichs.
Das Programm «Folk songs» spürt traditionellen Volksliedern aus aller Welt nach. Erwähnt seien dabei die Polowetzer Tänze, welche Borodin für eine Ballettszene seiner Oper «Fürst Igor» geschrieben hat. Die Polowetzer waren ein Volk in Zentralasien, und so sind die Tanzmelodien orientalisch geprägt. Die Kentuckiana schrieb D. Milhaud für das Orchester Louisville in Kentucky, basierend auf dortigen Volksliedern.

Donnerstag, 16. Januar 2020

Winterreise

1. Abteilung

1. Gute Nacht
2. Die Wetterfahne
3. Gefrorne Tränen
4. Erstarrung
5. Der Lindenbaum
6. Wasserflut
7. Auf dem Flusse
8. Rückblick
9. Irrlicht
10. Rast
11. Frühlingstraum
12. Einsamkeit

Christoph Metzger, Tenor
Daniel Gautschi, Klavier

2. Abteilung

13. Die Post
14. Der greise Kopf
15. Die Krähe
16. Letzte Hoffnung
17. Im Dorfe
18. Der stürmische Morgen
19. Täuschung
20. Der Wegweiser
21. Das Wirtshaus
22. Mut
23. Die Nebensonnen
24. Der Leiermann

Die Winterreise entstand 1827 aus zunächst zwölf Gedichten von Wilhelm Müllers «Urania» (1823). Schubert setzte schon ein «fine», erweiterte aber den Zyklus ein halbes Jahr später auf 24 Lieder, nachdem er auf zwölf weitere Gedichte von Müller gestossen war. Die erste Hälfte der Winterreise wurde im Januar 1828 veröffentlicht, die zweite im Dezember 1828, sechs Wochen nach Schuberts Tod.
«Ich werde euch einen Zyklus schauerlicher Lieder vorsingen. [...] Sie haben mich mehr angegriffen, als dies bei anderen der Fall war. Mir gefallen diese Lieder mehr als alle, und sie werden euch auch noch gefallen.» Schuberts Worte haben heute noch Gültigkeit: Wer diese Lieder zum ersten Mal hört, wird zuweilen erschauern, und die starken Bilder bewegen bis heute. Wer der Wanderer der Winterreise wirklich ist und wohin seine Reise führt, bleibt bis zum Schluss in der Schwebe.
Christoph Metzger, künstlerischer Leiter des Langnauer Konzertvereins und Musiklehrer am Gymnasium Bern-Neufeld, hat die Winterreise schon mehrfach mit dem Pianisten Daniel Gautschi aufgeführt. Dieser unterrichtet an der Kantonsschule Wohlen, wo er Christoph Metzger kennengelernt hat. Seither verbindet sie eine musikalische Freundschaft, und wir freuen uns auf ihr Gastspiel in Langnau.

Donnerstag, 5. März 2020

Violine und Klavier

Lisa Rieder, Violine Rudolf Lutz, Klavier

Franz Schubert (1797–1828)
Sonat(in)e Nr. 1 D-Dur D 384
Allegro molto – Andante – Allegro vivace

Johannes Brahms (1833–1897)
«Thuner Sonate», Violinsonate Nr. 2 A-Dur op. 100
1. Allegro amabile 2. Andante tranquillo – Vivace – Andante – Vivace di più – Andante – Vivace
3. Allegretto grazioso (quasi Andante)

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Sonate für Klavier und Violine G-Dur KV 301
Allegro con spiritio – Allegro

Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Sonate für Violine und Klavier Nr. 10 G-Dur op. 96
Allegro moderato – Adagio espressivo – Scherzo. Allegro – Poco Allegretto (con Variazioni)

Rudolf Lutz kann als eine der prägnantesten und vielseitigsten Musikerpersönlichkeiten der Schweizer Gegenwart bezeichnet werden. Er spielt Orgel, Klavier, Cembalo, war jahrelang Dozent für Improvisation an der Schola Cantorum Basiliensis und steht als künstlerischer Leiter der J.S. Bachstiftung St. Gallen an der Spitze eines international anerkannten Barockensembles. Die russisch-schweizerische Geigerin Lisa Rieder wird für die Finesse und Reinheit ihres Spiels, für ihr technisches Können und ihre intellektuelle Neugier gelobt. Sie hat sich in der Schweiz, in Italien, Österreich, Deutschland und Frankreich einen hervorragenden Ruf aufgebaut. Ihr Interesse gilt vor allem Beethoven, Schubert, Schumann sowie den Werken der Spätromantik und des frühen 20. Jahrhunderts.
Zu hören gibt es heute zwei Sonatenpaare: Schuberts intim gehaltene Sonate, veröffentlicht nach dessen Tod als Sonatine, gekoppelt an Brahms’ zweite Violinsonate, welche, entstanden am Thunersee, durch natürliche, liedhafte Schönheit besticht.
Die zweite Konzerthälfte gehört der Wiener Klassik: Mozarts ursprünglich für Flöte konzipierte Violinsonate KV 301 und Beethovens 10. Violinsonate. Diese war seine letzte Violinsonate und wurde vom Musikkritiker Paul Bekker (1882–1937) als «poesievollste, musikalisch feinsinnigst gearbeitete» beschrieben.

Donnerstag, 7. Mai 2020

Concerti

Thomas Unternährer, Oboe d’amore solo Matthias Jäggi, Viola Sabine Stoffer, Violine solo Daniel Rosin, Violoncello Annette Unternährer, Cembalo solo Federico Abraham, Violone German und Karoline Echeverri, Violinen

Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Konzert für Oboe d’amore, Streicher und B.c. A-Dur BWV 1055R
Allegro – Larghetto – Allegro ma non tanto

Johann Sebastian Bach
Konzert für Violine, Streicher und B.c. g-Moll BWV 1056R
[ohne Satzbezeichnung] – Largo – Presto

Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788)
Konzert für Cembalo, Streicher und B.c. a-Moll Wq 1
[ohne Satzbezeichnung] – Andante – Allegro assai

Georg Friedrich Händel (1685–1759)
Concerto grosso F-Dur HWV 327 op. 6
Largo – Allegro – Larghetto – Allegro – Menuet – Gigue

Das Programm «Concerti» bringt drei prächtige Solokonzerte und ein Concerto grosso zum Klingen. Das Konzert für Oboe d’amore von Johann Sebastian Bach dürften die meisten von uns im Ohr haben. Es handelt sich hierbei um eine Rekonstruktion eines verschollenen Konzertes, das sich als Cembalokonzert BWV 1055 erhalten hat. Dabei ist die Solostimme technisch wie klanglich der Oboe d’amore auf den Leib geschrieben. Von der Bachforschung rekonstruiert wurde auch das g-Moll-Violinkonzert BWV 1056R. Erhalten als Cembalokonzert f-Moll, dürften mindestens die Ecksätze als Violinkonzert konzipiert worden sein. Der Mittelsatz stammt aus der Sinfonia der Kantate «Ich steh’ mit einem Fuss im Grabe» mit der Oboe als Solostimme.
Das Cembalokonzert a-Moll von Carl Philipp Emanuel Bach ist zweifelsfrei ein «echtes» Cembalokonzert mit virtuosen, cembalistischen Girlanden. Es war lange Zeit aber als Konzert von Johann Sebastian überliefert und wird erst heute Carl Philipp zugeschrieben.
Das Concerto grosso F-Dur von Georg Friedrich Händel hat zwei Violinen und Violoncello als Solostimmen. Eine Violinstimme ersetzen wir heute durch die Oboe, so dass wir den Konzertabend in voller Besetzung abschliessen können.